Halte streichen? Regionaler Kontext für die March
Der Halbstundentakt gehört heute zum Standard nicht nur auf S-Bahn-Linien, sondern auch im ländlichen Regionalverkehr. Von den 176 Bahnstationen auf dem Gebiet des Kantons Zürich werden heute bereits 163 im Halbstundentakt bedient, bis 2013 werden dies 173 sein. Jene drei Stationen, die keinen Halbstundentakt haben werden, sind Sihlbrugg, Sihlwald sowie Zweidlen, ein 120-Seelen-Dorf an der Grenze zum Kanton Aargau.
Die March gerät immer stärker in den Sog der Agglomeration Zürich und weist eine Bevölkerungszunahme auf, die sie zu einer der am stärksten boomenden Regionen der ganzen Schweiz machen. Die Wohnbevölkerung der March hat zwischen 1980 und 2006 um nicht weniger als 53.6% zugenommen, ein weiteres Bevölkerungswachstum ist absehbar, namentlich in jenen Gemeinden, die den Halbstundentakt der S2 zu verlieren drohen.
Verkehrsmanagement in Agglomerationen heisst, erfolgreiche Angebote des öffentlichen Verkehrs weiter auszubauen und zu entwickeln – der ZVV verlangt vom Kanton Schwyz genau das Gegenteil. Landauf, landab werden im Einzugsbereich von S-Bahnen neue Haltestellen eröffnet, zusätzliche Züge eingeführt und das Angebot verbessert. Der ZVV versteift sich auf eine Planung, die das Halbieren des Angebots jenseits der Kantonsgrenzen erfordert – obwohl sich die Verkehrsströme längst nicht mehr an Kantonsgrenzen halten.
Busverbindungen sind keine Alternative. Sie erfordern zusätzliches Umsteigen, sind langsamer und bleiben im Stau stecken. Der Marchbus schöpft heute bereits jene Leute ab, die vorteilhafter mit dem Bus unterwegs sind. Werden Fahrtmöglichkeiten mit der Bahn gestrichen und durch weitere Busse ersetzt, trifft dies heute ausnahmslos Leute, die vorteilhafter mit dem Zug unterwegs sind. Gewisse Relationen wie z. B. Reichenburg – Rapperswil dürften durch die Kombination von vermehrtem Umsteigen (Bus > Bahn), längeren Fahrzeiten und schlechteren Anschlüssen derart unattraktiv werden, dass sie kaum mehr von jemandem mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. Eine Zunahme des Strassenverkehrs in und durch die Dörfer wäre die Folge.
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